Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bibelwort aus 1. Korinther 12,13: „Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, ob Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ Stammapostel Jean‑Luc Schneider führte in seiner Predigt aus, dass die Kirche Christi Pfingsten feiert. Dabei gehe es nicht um die Neuapostolische Kirche als menschliche Organisation, sondern um die Gemeinschaft aller wahren Gläubigen – etwas Heiliges und Vollkommenes.
Stark im Glauben - vereint in Christus
Die Aufgabe der Kirche bestehe darin, so erklärte er, das Wirken Jesu auf Erden fortzuführen, also Gottes Wesen, seine Liebe, seinen Willen und seine Macht sichtbar zu machen. Dazu gehöre auch, Menschen zur Umkehr und Nachfolge zu rufen, sich der Leidenden anzunehmen und die Einheit unter den Gläubigen zu stärken.
Wie Jesus während seines irdischen Lebens sowohl Stärke als auch Schwäche zeigte, so erlebe sich auch die Kirche Christi. Ihre wahre Stärke bemesse sich jedoch nicht an Einfluss, Reichtum oder Mitgliederzahlen, sondern an Liebe, Glauben und Gehorsam gegenüber Gottes Willen.
Mit den Worten Jesu „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ erinnerte der Stammapostel daran, dass niemand im Namen Christi Machtansprüche erheben, Kriege führen oder Gewalt ausüben dürfe. Ebenso sei das Evangelium kein Mittel, um durch Glauben, Gebet oder Opfer materiellen Reichtum zu erlangen. „Wir leben in einer Zeit, in der vieles miteinander vermischt wird“, mahnte er.
Chancen und Gefahren
Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche sind weltweit sehr unterschiedlich. Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern entspricht Gottes Willen. Dennoch besteht die Tendenz, sich selbst als stark zu sehen und andere als schwächer zu beurteilen. Gerade dieses Urteilen über die vermeintliche Schwäche anderer stellt eine Gefahr für die Kirche dar.
Entscheidend für ihre Zukunft ist vielmehr, wie die Gläubigen mit den Schwächeren umgehen. Denn: „Was ihr für den Geringsten tut, das tut ihr für Jesus Christus.“
In seinem Predigtbeitrag fasste Stammapostelhelfer Mutschler den Gottesdienst treffend zusammen: „Einheit in Vielfalt – das ist Himmel.“ Der Weg dorthin sei einfach, sagte er. Es gehe darum, gemeinsam den Blick auf Jesus Christus zu richten – so, wie es im Pfingstgottesdienst geschieht. Darin liege bereits ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird.
Ordination und Ruhesetzung
Mit den Worten „Nimm hin die Vollmacht, den Petrusdienst auszuüben“ ordinierte Stammapostel Jean-Luc Schneider Helge Mutschler zum neuen Stammapostel und damit zum internationalen Kirchenleiter. Dabei richtete er an ihn den Wunsch: „Führe uns zu Jesus Christus, bring uns ihm immer näher.“
Im Anschluss erfolgte die feierliche Ruhesetzung von Stammapostel Schneider. Stammapostel Mutschler würdigte dessen Wirken mit bewegten Worten und sagte unter anderem: „In diesen Händedruck lege ich die Dankbarkeit von Millionen. Du hast die Kirche gestärkt, sie international geprägt und ihre Vielfalt zum Strahlen gebracht.“