Schöpfungsverantwortung als eine der Aufgaben der Kirchen in der Ökumene

20.09.2026

Ein ökumenischer Gottesdienst in Wien machte die Schöpfungsverantwortung zum gemeinsamen Auftrag der Kirchen. Im Zentrum standen die Fragen, was den Menschen ausmacht, wie Umkehr möglich wird und wie ein achtsames Miteinander mit Gott, den Menschen und der Schöpfung gelingen kann.

In der methodistischen Kirche in Wien wurde der Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur Schöpfungszeit gefeiert und in ORF III sowie den ORF-Regionalradios übertragen. Unter dem Leitwort „Was ist der Mensch?“ erinnerte der ÖRKÖ-Vorsitzende und Armenisch apostolische Bischof Tiran Petrosyan daran, dass der Mensch nicht Herr über die Schöpfung, sondern Teil von ihr ist. Wer die Welt nur als Ressource begreift, verliert das Bewusstsein für die Abhängigkeit von Wasser, Nahrung, Luft und anderen Menschen.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, erzählt als Geschichte des barmherzigen Vaters, prägte den Gottesdienst. Die evangelische Bischöfin Cornelia Richter sprach von einer „Gemeinschaft der ehrlichen Zuwendung“ und die Kraft von Umkehr und Vergebung. Der römisch katholische Erzbischof Grünwidl sah darin das Bild eines menschenfreundlichen Gottes und eine Einladung zum Umdenken: weg von „Ich, Mich, Meins“, hin zu „Du, Wir, unser“; weg vom Konsumieren, hin zum Bewahren. Vertreter verschiedener Kirchen aus der Ökumene, darunter die Neuapostolische Kirche, von welcher das Tagesgebet gestaltet wurde, machten sichtbar: Ökumene heißt, Verantwortung gemeinsam zu leben und Glauben sichtbar zu machen.