Gottes Treue und Liebe tragen uns

05.03.2026

Ausgehend vom Bibeltext aus Hosea 11,4 stellte Apostel Matthias Pfützner im Gottesdienst am 5. März 2026 in Kirchbichl (Tirol) die treue und liebevolle Führung Gottes in den Mittelpunkt:
„Mit menschlichen Seilen zog ich sie, mit Stricken der Liebe. Ich half ihnen das Joch auf ihrem Nacken tragen. Ich neigte mich zu ihm und gab ihm zu essen.“

Hosea spricht in einer Zeit des Abfalls Israels. Gerade darin wird deutlich: Gottes Treue bleibt bestehen. Trotz menschlicher Untreue erinnert Gott an seine liebevolle Führung – von Anfang an.
Diese Führung geschieht nicht durch Zwang, sondern durch Liebe. „Mit menschlichen Seilen“ bedeutet: Gott begegnet dem Menschen verständlich, geduldig und zugewandt. Er drängt nicht, sondern zieht – und gewinnt das Herz. Seine „Stricke der Liebe“ sind stärker als jeder Druck.
Dabei zeigt sich Gott als der Nahe: Einer, der Lasten abnimmt, der das Joch erleichtert – Schuld, Angst und innere Gebundenheit. Einer, der sich herabneigt wie ein Vater zu seinem Kind. Einer, der versorgt und gibt, was der Mensch zum Leben braucht.
Diese göttliche Liebe ist mehr als ein Gedanke – sie ist Kraftquelle. Sie tröstet, stärkt und verbindet. Wer sich von ihr berühren lässt, findet Orientierung, Hoffnung und Zuversicht.

Ein besonderer Gedanke der Predigt richtete den Blick auf das eigene Leben: Oft erkennen wir erst im Rückblick die „Stricke der Liebe“, mit denen Gott uns geführt hat. Wege, die wir vielleicht nicht verstanden haben, erweisen sich als getragen und geführt.
Daraus erwächst auch ein Auftrag: Wer Gottes Liebe erfährt, kann sie weitergeben. Gott will durch Menschen wirken – durch Geduld, durch Zuwendung, durch gelebte Liebe im Alltag.
So wird deutlich: Gott führt nicht mit Ketten, sondern mit „Stricken der Liebe“. Diese Führung findet ihren Höhepunkt in Jesus Christus, der gesagt hat: „Ich will alle zu mir ziehen“ (Johannes 12,32).
Im Anschluss an den Gottesdienst blieb Zeit für Begegnung und Austausch in herzlicher Atmosphäre.