Apostel M. Pfützner wählte als Grundlage seiner Predigt das Wort aus dem Buch Hiob, Kapitel 38, Vers 31: „Kannst du die Bande des Siebengestirns zusammenbinden oder den Gürtel des Orion auflösen?“
Zu Beginn seiner Ausführungen wies er darauf hin, dass dieses vorgelesene Wort vielleicht mit einer gewissen Verwunderung gehört wurde. Dieses Siebengestirn, die Plejaden galt im Alten Orient als ein Zeichen verborgener Ordnung. Die Frage Gottes im Vers 31 bedeutet im Kern: „Hiob, kannst du die Kräfte lenken, die das All zusammenhalten?“ Darauf gibt es nur eine mögliche Antwort: „Nein“. Und genau darin liegt Trost, denn wenn Gott es ist, der das Große ordnet, entgleitet ihm auch das Kleine nicht.
Apostel Pfützner zeigte die Parallelen zwischen der Zeit Hiobs und unserer Zeit heute auf. Wenn Menschen vor dreitausend Jahren in den Himmel blickten, sahen sie dieselben Sterne wie wir heute. Es gab keine Satelliten, keine Teleskope, keine Apps – und doch machten die Menschen dieselbe Erfahrung: der Himmel macht still.
Hiob hatte alles verloren - Besitz, Gesundheit, Zukunft. Und schließlich stellte er die große Frage jedes leidenden Menschen: Warum? Davon berichten 37 Kapitel des Buches Hiob. Doch dann, im 38. Kapitel vollzieht sich die Wende: „Der HERR antwortete Hiob aus dem Wettersturm.“ Auch hier liefert Gott keine Erklärung. Er beginnt zu fragen, nicht um Hiob klein zu machen, sondern um seinen Blick zu weiten: vom eigenen Schmerz hin zur Größe Gottes.
So ist das auch heute. Gott beantwortet nicht immer unsere Warum-Fragen, doch er offenbart, wer er ist.
Mit seiner Predigt gab der Apostel den amGottesdienst Teilnehmenden konkrete Impulse mit:
Aufblicken lernen
Nicht nur auf Bildschirme schauen, auch in den Himmel und dabei das Staunen kultivieren. Christen sollten Staunen nicht als keine kindliche Haltung, sondern als eine geistliche Kraft erfahren.
Hingabe wagen
Ein schlichtes Gebet kann genügen: Herr, hier bin ich. Verherrliche deinen Namen.
Loslassen üben
Selbst wenn unsere Ordnung und Struktur sich auflösen, Gottes Ordnung besteht. Und dann darf ich innezuhalten und mich, wie ein Kind auf dem Schlitten, von meinem himmlischen Vater ziehen lassen.
Für die Kirchengemeinde Gmunden brachte dieser Gottesdienst noch einen weiteren wichtigen Moment, Glaubensschwester A. Sandoval wurde vom Apostel in das geistliche Amt einer Diakonin ordiniert, was von den Anwesenden mit großer Freude und laut hörbarer Zustimmung angenommen wurde. Als eine „Überschrift“ für die kommende Aufgabe im Dienste Jesu gab Apostel Pfützner Diakonin Angelika das Wort aus dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel 5, Vers 9 mit auf den Weg: „Selig sind, die Frieden stiften“ denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
W. Pechhacker | G. Lackerbauer