… und ich übergebe mich dir …

03.05.2026

Der Gottesdienst in Dornbirn stand ganz im Zeichen von Beziehung, Vertrauen und öffentlichem Bekenntnis zu Christus. Apostel Matthias Pfützner diente der Gemeinde mit dem Wort aus Matthäus 10,32:
„Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“

Bereits zu Beginn zog sich ein Gedanke wie ein roter Faden durch den Gottesdienst: Bei Gott ist Platz für jeden Menschen. Der Apostel verglich die Gemeinde mit einem gedeckten Tisch, an dem Christus selbst Gastgeber ist und sagt: „Es ist Platz für dich.“
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, was es bedeutet, dass sich jemand wirklich zu einem Menschen bekennt. Apostel Pfützner griff dazu ein eindrückliches Beispiel auf: Was geschieht, wenn plötzlich Gerüchte über einen Menschen verbreitet werden oder Schuld öffentlich sichtbar wird? Wer hält dann noch zu einem? Wer bleibt Freund?
Gerade darin werde sichtbar, wie Jesus Menschen begegnet. Immer wieder bekannte er sich öffentlich zu jenen, die von anderen abgelehnt oder verurteilt wurden: zum Zöllner, den alle als Betrüger ansahen, zur Ehebrecherin, die vor den Blicken der Menge bloßgestellt wurde, zu Petrus nach dessen Versagen und Verleugnung und selbst zu Paulus, der die Christen verfolgt hatte. Jesus entzog sich diesen Menschen nicht, sondern stellte sich an ihre Seite.


Der Apostel führte diesen Gedanken weiter: Jeder Mensch kenne Seiten seines Lebens, die er lieber verborgen halten würde. Doch gerade dort spreche Christus dem Menschen zu: „Du bist mein und ich bin dein.“ Das Bekenntnis Jesu gelte nicht den Vollkommenen, sondern denen, die ihm vertrauen und sich ihm anvertrauen. Dabei geschehe dieses menschliche Bekenntnis zu Christus nicht zuerst durch Worte, sondern durch das Leben selbst. „Die besten Predigten werden nicht gesprochen, sondern gesehen“, betonte der Apostel.


Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Konfirmation von Aurelia und Alexander. Die Jugendlichen bekannten sich öffentlich dazu, ihr Leben Christus anzuvertrauen. Apostel Pfützner erklärte die drei Begriffe des Konfirmationsgelübdes als Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu Gott:

  • Glaube bedeute vor allem Vertrauen.
  • Gehorsam heiße, auf Gottes Stimme zu hören, die oft nicht laut schreit, sondern leise spricht.
  • Der ernstliche Vorsatz der Treue bedeute nicht menschliche Perfektion, sondern die ehrliche Bereitschaft, mit Christus unterwegs zu bleiben.

Besonders eindringlich ermutigte der Apostel die Jugendlichen, ihre persönliche Herzensbeziehung zu Christus zu pflegen. Christsein beginne nicht äußerlich, sondern im Verborgenen des Herzens. Entscheidend sei nicht der äußere Eindruck religiösen Lebens, sondern die echte Beziehung zu Gott.
Jugendpriester Kevin Krückl erinnerte in seinem Mitdienen daran, dass jeder Mensch seinen Platz am Tisch Gottes habe. Dort dürfe man Lasten ablegen und neu erfahren: Christus nimmt Menschen an und trägt sie auch durch Zeiten der Überforderung und Unsicherheit.
Auch Bezirksältester Thomas Fiechter griff den Gedanken der Beziehung zu Christus auf. Gottes Vergebung schaffe Nähe und neue Gemeinschaft. Jesus Christus bleibe dem Menschen treu und spreche ihm zu: „Ich bin bei dir. Ich halte zu dir.“

Im Rahmen des Gottesdienstes empfingen außerdem Gabriele und Jeremy die Heilige Versiegelung. Apostel Pfützner griff dazu das Bild des guten Hirten aus Psalm 23 auf. Wie ein Hirte seine Schafe mit einem Zeichen kennzeichnet, so versiegle Gott den Menschen mit seinem Geist und spreche ihm zu: „Du gehörst zu mir.“ Dieses göttliche Zeichen bleibe bestehen – auch dann, wenn Menschen sich einmal entfernen oder unsicher werden.
Darüber hinaus wurde Diakon Siegfried Giacomuzzi zum Priester ordiniert. Dabei betonte Apostel Pfützner, dass priesterlicher Dienst Menschen nicht in bloße Selbsterfahrung führen solle, sondern in die Erfahrung Gottes. Ein Priester müsse helfen, dass Menschen Christus begegnen und seine Nähe erleben können. Im Zentrum des Dienstes stehe deshalb nicht die Persönlichkeit des Geistlichen, sondern Christus selbst und die Beziehung zwischen ihnen: „O du, den meine Seele liebt".
Außerdem wurde der Amtsauftrag von Priester Philipp Brückner für die Gemeinde Dornbirn bestätigt. Dabei wurde hervorgehoben, dass geistlicher Dienst letztlich auf Gottes Führung und Berufung gründet.

Insgesamt war der Gottesdienst eine eindrückliche Einladung, sich Christus neu anzuvertrauen: mit aller Freude, aller Unvollkommenheit und der Gewissheit, dass Gott sich zum Menschen bekennt – im Leben und in Ewigkeit.