Christus - Licht, das verbindet

23.01.2026

Ein starkes Zeichen gelebter Ökumene setzte der gemeinsame Gottesdienst der Evangelischen, Katholischen und Neuapostolischen Kirchen am 23.01.2026 in Reutte. Im Lichte Christi, getragen von Gebet, Musik und Wort Gottes, wurde Einheit spürbar – im Gottesdienst und in der anschließenden Begegnung in der evangelischen Dreieinigkeitskirche.

Im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026 feierten die Evangelische, Katholische und Neuapostolische Kirche gemeinsam einen stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche in Reutte. Im Zentrum stand das biblische Leitwort aus Epheser 4,4: „Ein Leib und ein Geist“ – ein starkes Zeichen gelebter christlicher Verbundenheit über Konfessionsgrenzen hinweg.

Die Eröffnung gestaltete Dekan Franz Neuner von der Katholischen Kirche mit einem gemeinsamen «Unser Vater» sowie einer Einführung, die auch Bezüge zur armenischen Liturgie herstellte.

Ein besonderer spiritueller Höhepunkt war der Lichthymnus, welchen Pfarrer Michael Jäger von der Evangelischen Kirche einleitete.

Nach dem gemeinsamen Gesang „Christus, dein Licht“ entzündeten Teilnehmende des Gottesdienstes Kerzen an und sprachen dabei einzelne Abschnitte eines «Lichtgebetes». Sichtbar und eindrucksvoll wurde so das Thema des Gottesdienstes aufgenommen: Christus als das Licht, das die Welt erhellt. Das im Wechsel vorgelesene Gebet aus Psalm 27 unterstrich diese Atmosphäre des gemeinsamen Hörens und Betens.

Den Friedensgruß leitete Priester Jürgen Kätzler von der Neuapostolischen Kirche ein. In Gebet und Begegnung wurde deutlich: Der Friede des auferstandenen Christus ist ein Geschenk Gottes, das verbindet und stärkt. Die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament spannten einen weiten Bogen von der prophetischen Mahnung aus Jesaja 58 bis zum Evangelium nach Johannes, Kapitel 12.

In der Predigt griff Dekan Neuner diese Gedanken auf: Christus ist das „Licht vom Licht“, das allen Menschen gilt. Angesichts gesellschaftlicher Spannungen seien Christinnen und Christen aufgerufen, Haltung zu zeigen, Brücken zu bauen und sich für Einheit, Frieden und Würde einzusetzen. Wie der Prophet Simeon, der das Heil für alle Völker erkennt, seien auch wir eingeladen, Christus weiterzugeben und sein Licht in uns brennen zu lassen. Glaube werde dort glaubwürdig, wo er gelebt, geteilt und von gegenseitiger Wertschätzung getragen werde – das kann sich auch in einer farbenprächtigen Vielfalt der Ökumene zeigen.

Das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis, die ökumenischen Fürbitten mit Sprecherinnen und Sprechern aller beteiligten Kirchen sowie die Vorstellung des Spendenprojektes, dem die ökumenische Kollekte gewidmet wurde, machten die Verbundenheit konkret.

Mit dem festlichen Schlusslied «Nun danket alle Gott», den Schlussworten und dem gemeinsamen Segen zum Ausklang endete dieser ökumenische Wortgottesdienst.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst blieben viele Teilnehmende noch zur gemeinsamen Agape zusammen. Bei Brot, Getränken und offenen Gesprächen wurde die im Gottesdienst spürbare Gemeinschaft weiter vertieft. In herzlicher Atmosphäre entstanden schöne Begegnungen, persönliche Gespräche und neue Verbindungen über konfessionelle Grenzen hinweg. So setzte sich fort, was im Gebet begonnen hatte: gegenseitige Wertschätzung, gelebte Einheit und das gemeinsame Unterwegssein im Lichte Christi.