Ein Jahr des Vertrauens

15.01.2026

Apostel Matthias Pfützner griff Fragen Jesu aus dem Markusevangelium auf und ermutigte zu bewusstem Erinnern sowie zu Vertrauen in das Wirken Gottes. 2026 bezeichnete er als «Jahr des Vertrauens».

Abendgottesdienst in Wien-Penzing
In dem Abendgottesdienst am 15. Jänner 2026 in der Kirchengemeinde Wien-Penzing stellte Apostel Pfützner die eindringlichen Fragen Jesu aus dem Markusevangelium (Mk 8,17–18) in den Mittelpunkt seiner Predigt: «Und er merkte das und sprach zu ihnen: Was bekümmert ihr euch, dass ihr kein Brot habt? Versteht ihr noch nicht, und begreift ihr noch nicht? Habt ihr ein erstarrtes Herz in euch? Habt ihr Augen und seht nicht und habt Ohren und hört nicht? Und denkt ihr nicht daran». Diese Worte Jesu dienten als Einladung, den eigenen Glauben im Alltag neu zu prüfen und bewusster wahrzunehmen.

Der Apostel ging auf den Januar als eine Zeit ein, in der nach den Feiertagen der Alltag zurückkehrt. Der Glanz von Weihnachten ist vergangen, berufliche und private Verpflichtungen bestimmen wieder den Rhythmus des Lebens. Mit dem Alltag tauchen häufig auch Sorgen erneut auf, die zuvor in den Hintergrund getreten waren. Sorgen um Arbeit, Familie, Frieden oder persönliche Einsamkeit. Diese Erfahrung sei, so der Apostel, zutiefst menschlich und zeitlos.

Die Jünger Jesu im Blick
In seiner Predigt richtete Apostel Pfützner den Blick auf die Jünger Jesu. Er zeigte sie nicht als außergewöhnliche Glaubenshelden, sondern als Menschen mit Stärken und Schwächen, mit Vertrauen und Zweifel. Gerade darin seien sie den heutigen Gläubigen nahe. Die Jünger hätten Großes erlebt, Wunder gesehen und Gottes Nähe erfahren – und doch seien sie immer wieder von Unsicherheit geprägt gewesen.

Zentraler Bestandteil der Predigt war die Erinnerung an die beiden Speisungswunder im Markusevangelium: die Speisung der Fünftausend und die Speisung der Viertausend. Markus unterscheidet diese beiden Ereignisse bewusst. Beim ersten Mal, im jüdischen Gebiet Galiläa, bleiben zwölf Körbe übrig – ein Hinweis auf die zwölf Stämme Israels. Beim zweiten Mal, im heidnischen Gebiet der Dekapolis, bleiben sieben Körbe übrig, ein Zeichen göttlicher Fülle für alle Menschen. Beide Geschichten verdeutlichen, dass Gottes Fürsorge keine Grenzen kennt.

Auffällig ist jedoch, dass die Jünger beim zweiten Wunder dieselbe Frage stellen wie beim ersten: „Woher sollen wir Brot nehmen?“ Obwohl sie Gottes Handeln bereits erlebt haben, reagieren sie erneut mit Sorge. Besonders deutlich wird dies in der Szene nach der Speisung der Viertausend, als die Jünger im Boot feststellen, dass sie kaum Brot bei sich haben. Trotz des gerade erlebten Überflusses fürchten sie den Mangel.

Das Handeln Gottes im Alltag
Anhand dieser Situation wurde zeigte der Apostel die Parallelen zum menschlichen Alltag: Auch heute machen Menschen positive Erfahrungen mit Gott und fallen dennoch schnell wieder in alte Ängste zurück. Hier setzen die Fragen Jesu an. Sie sind keine bloßen Vorwürfe, sondern seelsorgerliche Weckrufe – eine Einladung innezuhalten, sich zu erinnern und wahrzunehmen, was Gott bereits getan hat.

Die Predigt schlug eine Brücke in die Gegenwart. Viele Sorgen blieben real, auch im neuen Jahr. Der Jahreswechsel allein verändert weder äußere Umstände noch innere Konflikte. Umso wichtiger ist die Erinnerung an Gottes bisherige Begleitung. Apostel Pfützner hob den Psalmvers «Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat» als Leitwort für die Gottesdienstteilnehmer hervor.

Vertrauen als Kern des Glaubens
Zum Abschluss richtete der Apostel den Blick auf das Vertrauen als einen Kern des Glaubens. «Glaube nur» übersetzte er als Einladung, Gott zu vertrauen – nicht trotz, sondern mitten im Alltag. Diese Einladung unterstützte er durch den Hinweis auf das bekannte Kirchenlied «Ein feste Burg ist unser Gott», das von Zuversicht auch in schwierigen Zeiten spricht.

Die am Gottesdienst Teilnehmenden wurden ermutigt, einander im Glauben zu stärken und Sorgen nicht allein zu tragen. Wo Zweifel und Ängste Raum gewinnen, solle der Blick gemeinsam wieder auf Gott gerichtet werden. Die zentrale Botschaft des Abendgottesdienstes lautete: Wenn der Alltag die Sorge zurückbringt, erinnert uns Jesus:
«Fürchte dich nicht – vertrau mir. Ich habe für dich gesorgt. Ich sorge für dich. Und ich werde dich nicht loslassen.»

Der Vorsteher des Kirchenbezirks Wien, Bezirksevangelist Ch. Black nahm in seiner Predigtzugabe die Gedanken des Apostels auf und erinnerte an den in der Bibel immer wieder zitierten Aufruf «Fürchte dich nicht» als eine Grundlage für das Vertrauen in Gott.

Freude für Eltern und Kirchengemeinde
In diesem Gottesdienst spendete Apostel Pfützner dem jüngsten Gemeindemitglied die Gabe des Heiligen Geistes im Sakrament der Heiligen Versiegelung.