Innehalten-Ausrichten-Losgehen

10.05.2026

Am Sonntag, 10. Mai 2026, besuchte Apostel Matthias Pfützner die Gemeinde Wien-Donaustadt. Zu diesem besonderen Gottesdienst war auch die Gemeinde Korneuburg eingeladen. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden zwei Geistliche in den Ruhestand versetzt sowie ein neuer Gemeindevorsteher beauftragt.

Der Predigt diente das Wort aus Philipper 3,13.14 als Grundlage:

„Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Apostel Pfützner griff eingangs den Muttertag auf und erinnerte zugleich an Menschen, für die dieser Tag auch mit Schmerz und unerfüllter Sehnsucht verbunden sein kann. Daran anknüpfend regte er den Gedanken eines „Aussaat-Danktages“ als Gegenstück zum klassischen Erntedank gegenüber an: Im Leben, Lieben und Glauben gehe es nicht zuerst um sichtbare Ergebnisse und Bilanzen, sondern um das treue Säen, um Anfangendes und Werdendes. Deshalb machte er Mut, nicht nur einer bestimmten Personengruppe (wie den Müttern) Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, sondern sich dankbar denen zuzuwenden, die in eigenen Leben Samen und Spuren hinterlassen haben. Zugleich sollte das eigene Augenmerk nicht auf erbrachten oder zu erbringenden Leistungen liegen, sondern auf dem Aussäen. Vieles bleibe zwar vor Menschen verborgen – nicht jedoch vor Gott.

Der Apostel lenkte dann den Blick auf Paulus, der diese vorgelesenen Worte aus einer Situation großer persönlicher Einschränkung heraus schrieb. Trotz Gefangenschaft und Unsicherheit richtete Paulus den Blick nicht zurück, sondern nach vorne auf Christus. Daraus entwickelte sich ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst, der auch angesichts des angekündigten Wechsels der Gemeindeleitung besondere Relevanz erhielt:
Innehalten – Ausrichten – Weitergehen.

Der Glaube wurzle zwar in der Vergangenheit, sei dort aber nicht zuhause. Gerade die Osterbotschaft zeige: Der Auferstandene setzt Menschen in Bewegung, denn Hoffnung bewegt. Die Gefahr jeder Gemeinde bestehe darin, nur noch zurückzublicken, innerlich stehen zu bleiben oder zu resignieren. Paulus hingegen spreche von einem Menschen, der sich „ausstreckt“ – offen, erwartend und auf Christus ausgerichtet.

Dabei gehe es im Glauben nicht um Geschwindigkeit, sondern um Richtung. Der „Siegespreis“ sei letztlich Christus selbst: die volle Gemeinschaft mit ihm.

Mehrere Geistliche ergänzten die Predigt mit Gedanken und Erfahrungen.

Priester Wolfgang Papousek sprach vom Bild eines Vorangehenden, der der Gemeinde nicht weit vorausläuft, sondern mit ihr gemeinsam unterwegs bleibt. Gemeinde lebe dort, wo Menschen gemeinsam in Bewegung bleiben.

Der bisherige Vorsteher der Gemeinde Wien-Donaustadt, Priester Klaus Dainko, verglich den Glaubensweg mit einem Marathon. Christlicher Glaube brauche Ausdauer, manchmal auch Menschen, die helfen, den Rhythmus zu halten und nicht aufzugeben. Christus selbst gehe diesen Weg mit.

Bezirksältester Wall, Verantwortlicher für die Gebietskirchen Ungarn und Tschechien, griff das Bild des Echos auf: Nicht alles müsse immer vollständig verstanden werden. Entscheidend sei, die Stimme Jesu authentisch weiterzutragen – wie ein Echo, das treu weitergibt, was es empfangen hat.

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurden Priester Wolfgang Papousek und Priester Klaus Dainko in den Ruhestand versetzt. Apostel Pfützner dankte beiden für ihren langjährigen und oft verborgenen Dienst. Als Wort zur Begleitung gab er ihnen Psalm 73 mit:

„Dennoch bleibe ich stets an dir.“

Dabei wurde deutlich: Im Reich Gottes endet mit einer Ruhesetzung nicht die Nachfolge. Der Dienst verändert sich, die Berufung bleibt.

Anschließend wurde Priester Gunter Karl als neuer Gemeindevorsteher beauftragt. Apostel Pfützner ermutigte ihn, den Blick der Gemeinde stets auf Christus gerichtet zu halten und auf Gottes Hilfe zu vertrauen, auch dort, wo eigene Möglichkeiten begrenzt erscheinen. Maßgebend sei nicht menschliche Stärke, sondern die Ausrichtung auf Gott, „der allen Mangel ausfüllen kann“ (siehe Philipper 4,19.20).

Mit großer Freude, vielen persönlichen Begegnungen und herzlicher Dankbarkeit klang der Gottesdienst aus.

Thomas Zadrazil